Tool-Dateien
Wenn Sie neben FlowForce Server weitere Altova-Server installieren, wird für jede Applikation, die unter Verwaltung von FlowForce Server ausgeführt werden kann, eine .tool-Datei installiert. Sie können diese Server-Produkte installieren, indem Sie sie im FlowForce Server-Installationsassistenten auswählen oder indem Sie diese über ihre eigenen Installationsprogramme zu einem späteren Zeitpunkt installieren. Die folgenden Altova-Produkte können unter Verwaltung von FlowForce Server ausgeführt werden:
Die .tool-Dateien müssen nicht konfiguriert werden, es sei denn, Sie müssen die für MapForce Server oder StyleVision Server erforderlichen Umgebungsvariablen ändern (z.B. CLASSPATH).
Installations- und Instanzdatenverzeichnis
FlowForce Server verwendet .tool-Dateien, um andere unter seiner Verwaltung stehende Server-Applikationen zu finden und deren Ausführung zu konfigurieren. FlowForce Server sucht zuerst im Verzeichnis INSTANCEDIR und anschließend im Verzeichnis INSTALLDIR nach .tool-Dateien. Die unten gezeigten Tabellen enthalten die Pfade dieser Verzeichnisse auf verschiedenen Betriebssystemen. Bei den für INSTANCEDIR angezeigten Verzeichnissen handelt es sich um Standardpfade. Sie können bei der Konfiguration von FlowForce Server für das Verzeichnis INSTANCEDIR einen benutzerdefinierten Pfad definieren.
FlowForce Server Applikationsdatenverzeichnis (INSTANCEDIR) | |
|---|---|
Linux | /var/opt/Altova/FlowForceServer/data |
Windows | C:\ProgramData\Altova\FlowForceServer\data |
FlowForce Server Installationsverzeichnis (INSTALLDIR) | |
|---|---|
Linux | /opt/Altova/FlowForceServer2027/ |
Windows | C:\Programme\Altova\FlowForceServer2027\ C:\Programme (x86)\Altova\FlowForceServer2027\ |
Das Verzeichnis INSTANCEDIR\tools ist normalerweise leer. Sie können in diesem Verzeichnis benutzerdefinierte Tool-Dateien speichern. Das Verzeichnis INSTALLDIR wird bei der Installation verwaltet. Die .tool-Dateien darin dürfen nicht bearbeitet werden.
Installationsreihenfolge
Sie finden die .tool-Dateien nur dann im Verzeichnis INSTALLDIR, wenn MapForce Server oder StyleVision Server im Anschluss an FlowForce Server installiert wurden. Wenn weder in INSTANCEDIR noch in INSTALLDIR eine .tool-Datei vorhanden ist, wurde FlowForce Server wahrscheinlich nach MapForce Server oder StyleVision Server installiert. In diesem Fall finden Sie die .tool-Datei im Verzeichnis etc relativ zum MapForce Server oder StyleVision Server-Installationsverzeichnis.
Informationsmeldungen
FlowForce Server gruppiert laufende Tool-Prozessinstanzen und verwaltet diese, wie in den .tool-Dateien konfiguriert. FlowForce Server verwaltet die Prozesse, die der Server für andere Server-Applikationen startet. Im Log können durch die folgenden Ereignisse Informationsmeldungen erzeugt werden.
Instanz {id} von {tool} wird für {session} gestartet. {commandline} wird gestartet. Die Instanz {id} von {tool} für {session} befindet sich nun im Leerlauf. Instanz {id} von {tool} für {session} wird aufgrund zu langer Leerlaufzeit beendet. Instanz {id} von {tool} für {session} wird beendet. Maximale Wiederverwendungsanzahl wurde erreicht. Instanz {id} von {tool} für {session} hat die Kommunikation unerwartet beendet. Instanz {id} von {tool} für {session} wurde an Auftragsinstanz {instanceid} angehängt. |
Wenn Schritte oder Aufträge fehlschlagen, wird eine separate Log-Meldung ausgegeben.
Bearbeitung von Tool-Dateien
Dateien mit der Erweiterung .tool können in einem Text-Editor (z.B. Notepad++) bearbeitet werden. Es stehen die folgenden Bearbeitungsoptionen zur Verfügung:
1.[Tool]: In diesem Abschnitt können Sie den Pfad zur ausführbaren Datei des Tools ändern. So müssen Sie z.B. den Pfad eventuell aktualisieren, damit eine andere Version der ausführbaren Datei verwendet wird.
2.[Environment]: Sie können diesen Abschnitt bearbeiten, um vom Tool benötigte Umgebungsvariablen zu definieren und hinzuzufügen. Nähere Informationen dazu finden Sie unter Umgebungsvariablen weiter unten.
Achtung:
•Wenn Sie eine .tool-Datei in INSTANCEDIR bearbeiten, werden die Änderungen sofort wirksam. Sie müssen FlowForce Server dazu nicht neu starten.
•Ändern Sie keine anderen .tool-Datei-Einstellungen als die oben erwähnten, es sei denn, dies wurde Ihnen vom Altova-Support geraten.
•Es ist nicht möglich, benutzerdefinierte Tools zu definieren.
Umgebungsvariablen
Wenn MapForce Server-Mappings oder StyleVision Server Stylesheets unter Verwaltung von FlowForce Server ausgeführt werden, müssen eventuell Umgebungsvariablen definiert werden. So müssen Sie etwa CLASSPATH definieren, um den Pfad zu den JDBC-Treibern festzulegen, wenn Sie eine Verbindung zu einer Datenbank herstellen.
Um für MapForce Server-Mappings oder StyleVision Server-Transformationen benötigte Umgebungsvariablen zu definieren, bearbeiten Sie die .tool-Datei des entsprechenden Altova Server-Produkts. Bevor Sie die .tool-Datei bearbeiten, überprüfen Sie zuerst, ob sie im INSTANCEDIR-Verzeichnis der Applikation bereits vorhanden ist: Falls dies nicht der Fall ist, kopieren Sie sie aus dem INSTALLDIR von FlowForce Server.
CLASSPATH
Sie können die erforderlichen Umgebungsvariablen in der .tool-Datei unter dem Abschnitt [Environment] hinzufügen. Die in der .tool-Datei definierten Umgebungsvariablen setzen mit anderen Mitteln definierte Umgebungsvariablen außer Kraft. Im folgenden Beispiel wird in der .tool-Datei (Linux) die CLASSPATH-Variable definiert:
[Environment]
CLASSPATH=.:/usr/local/jdbc/oracle/ojdbc6.jar
PYTHONHOME und VIRTUAL_ENV
Um ein Mapping, das benutzerdefinierte Python-Funktionen enthält, mit FlowForce Server auszuführen, konfigurieren Sie in der .tool-Datei für MapForce Server die Python-Umgebung und machen Sie das Python-Modul auf dem Rechner, auf dem FlowForce ausgeführt wird, verfügbar.
Anmerkung: Es muss auf alle vom Mapping benötigten Verzeichnisse und Dateien Lesezugriff durch den Benutzer bestehen, mit dessen Anmeldeinformationen der FlowForce-Auftrag ausgeführt wird.
Nähere Informationen zur Verwendung von benutzerdefinierten Python-Funktionen in MapForce finden Sie in der MapForce-Dokumentation (https://www.altova.com/de/documentation#mapforce) im Kapitel Benutzerdefinierte Python-Bibliotheken.
MapForce Server sucht standardmäßig in dem Verzeichnis, aus dem das Python-Modul zum Zeitpunkt des Designs in MapForce importiert wurde, nach dem Python-Modul. Wenn FlowForce Server auf einem anderen Rechner läuft und das Modul dort nicht zur Verfügung steht, kopieren Sie das Modul auf diesen Rechner und stellen Sie sicher, dass Python es finden kann. Eine Anleitung dazu, wie Python nach Modulen sucht, finden Sie in der Python-Dokumentation.
Windows
Wenn Sie eine virtuelle Python-Umgebung verwenden, setzen Sie in der MapForce Server-.tool-Datei unter dem Abschnitt [Environment] VIRTUAL_ENV auf die virtuelle Umgebung und PYTHONHOME auf das Python-Basisinstallationsverzeichnis. Beispiel:
[Environment]
VIRTUAL_ENV=C:\Benutzer\<Benutzer>\.venv
PYTHONHOME=C:\Python314
MapForce Server sucht in folgender Reihenfolge nach einer Python-Installation:
1.VIRTUAL_ENV
2.PYTHONHOME
3.PATH
Linux
Erstellen Sie auf Linux-Systemen eine virtuelle Python-Umgebung und definieren Sie diese in der MapForce Server .tool-Datei. Es wird empfohlen, eine virtuelle Umgebung zu verwenden, da Sie für die Installation von Python-Modulen in Systemverzeichnissen Root-Zugriff benötigen.
MapForce Server sucht in folgender Reihenfolge nach einer Python-Installation:
1.VIRTUAL_ENV
2.PATH
Verwenden Sie den folgenden Befehl, um eine virtuelle Python-Umgebung zu erstellen:
python3 -m venv ./.venv
Um die virtuelle Umgebung zu definieren, bearbeiten Sie die MapForce Server .tool-Datei folgendermaßen:
[Environment]
VIRTUAL_ENV=/home/<Benutzer>/.venv
Sie können das Modul im Verzeichnis site-packages der virtuellen Umgebung speichern. So könnte auf Linux das Verzeichnis für Python 3.14 das folgende sein:
~/.venv/lib/python3.14/site-packages/
Alternativ dazu können Sie das Python-Modul über pip installieren, z.B.:
pip install -e .
Für diesen Befehl ist eine TOML-Konfigurationsdatei erforderlich, in der der Pfad des Python-Quellcodes definiert ist. Bei der Installation wird der Pfad des Moduls automatisch zu sys.path hinzugefügt.