Technischer Altova-Leitfaden: Überblick über die HL7-TechnologieHealth Level 7 (HL7)HL7 bereitet IT-Experten aus dem Gesundheitswesen einiges an Kopfzerbrechen, insbesondere seit die positiven (und letztendlich abschreckenden) Maßnahmen im Health Information Technology for Economic and Clinical Health (HITECH) Act 2009 wirksam werden. So gewährleistet nämlich die verpflichtende Einführung elektronischer Gesundheitsdaten (EHR Electronic Health Records) durch den US HITECH Act, dass HL7 noch viele Jahre lang von großer Bedeutung sein wird. Die Interoperabilität zwischen IT-Systemen des Gesundheitswesens und EHR-Daten im Besonderen bildet die Basis für die technische Infrastruktur, die der HITECH Act vorantreiben sollte. HL7 ist keine Sprache an sich, sondern eine Reihe von Standards, die das Format festlegen, in dem elektronische Daten zwischen ansonsten nicht miteinander verbundenen Institutionen des Gesundheitswesens ausgetauscht werden müssen. Außerdem steht HL7 für Health Level Seven International, das vom ANSI (American National Standards Institute) zertifizierte Gremium zur Entwicklung von Protokollen zur Definition des HL7-Datenaustauschs. Das Gremium hat seinen Namen von "Level 7", der obersten Ebene des International Standards Organization’s (ISO) Open System Interconnection (OSI)-Modells. Eine HL7-Nachricht besteht aus einer Reihe von Segmenten, von denen jedes die Art der Informationen definiert, die die Nachricht enthält (z.B. Diagnose, Versicherung, Beobachtungsergebnis). Jedes Segment wiederum enthält ein oder mehrere Komposita (oder Felder), die die eigentlichen Informationen enthalten, die übermittelt werden (z.B. Name, Testwert, Dosierung). Kurz gesagt, wird eine HL7-Nachricht sowohl durch ihre Struktur als auch durch die darin enthaltenen Informationen definiert.
Das ACKnowledgment Protocol ist ein Schlüsselelement für die Verwendung von HL7 im Gesundheitssektor. Der Empfang einer HL7-Nachricht wird durch den Empfänger mit dem Nachrichtenstatus durch ein Acknowledgment (erhalten und verarbeitet, Fehler oder abgelehnt) bestätigt. Wenn die Applikation, die die Kommunikation eingeleitet hat, kein Acknowledgment erhält, versucht sie die Nachricht immer wieder zu senden. Erst wenn eine "ACK"-Nachricht empfangen wird, stoppt die Applikation die Übertragung und setzt, wenn nötig Korrekturmaßnahmen. Bei HL7 handelt es sich nicht einfach nur um eine einzige Gruppe von Standards. Zusätzlich zu den Nachrichtenstandards gibt es HL7-Standards zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in der klinischen Praxis (GELLO), übertragbare Regeln für das Gesundheitswesen (Arden Syntax), Standards für die visuelle Integration (CCOW), Anhänge (Standard Healthcare Attachments), den Austausch klinischer Dokumente (Clinical Document Architecture oder CDA®), EHR- und persönliche Gesundheitsdaten (PHRs)-Systeme und für die medizinische Dokumentation (Structured Product Labeling). Eine jüngst erfolgte und beachtenswerte Weiterentwicklung bei HL7-Nachrichten ist der Bruch mit v2.x-EDI-basierten Standards. Die neueste Ausformung dieses Nachrichtenstandards ist HL7 v3.x, ein XML-basierter Standard, der die Basis für neuere Entwicklungen wie die GELLO-Sprache, CDA und Structured Product Labeling bildet. Zu beachten ist hier vor allem die Tatsache, dass HL7 v3.x NICHT rückwärts kompatibel mit HL7 v2.x ist, da man bei HL7 einen Nachrichtenstandard entwickeln wollte, der den heutigen und zukünftigen Anforderungen des Gesundheitssektors gerecht werden sollte, ohne sich um bestehende Standards kümmern zu müssen. Aus diesem Grund ist ein Mapping von Daten zwischen HL7 v2.x-kompatiblen Applikationen und jenen, die den neuen XML-basierten v3.x-Standards entsprechen, erforderlich. Bei der Entwicklung von HL7 v3.x wurde allen Protokollen das RIM (Reference Information Model)-Modell, ein UML-Klassenmodell zur Spezifikation der Informationsanforderungen und der Interaktionen zwischen allen klinischen Bereichen, zugrunde gelegt. RIM ist ein umfassendes Modell, das Klassendiagramme, Zustandsdiagramme, Interaktionsübersichtsdiagramme, Use Case-Diagramme usw. enthält. ANSI hat RIM 2003 als Standard zertifiziert, die ISO-Zertifizierung erfolgte 2006. Aufgrund der geltenden amerikanischen Gesetze, die die Schaffung einer technischen Infrastruktur für den Gesundheitssektor vorsehen, und aufgrund der Bestrebungen eine branchenübergreifende Interoperabilität sicherzustellen, ist die Rolle von HL7 im Gesundheitswesen auch für die Zukunft gesichert. In Anbetracht dieser Beweggründe wird die Erfüllung sowohl EDI- als auch XML-basierter HL7-Standards auch in Zukunft eine wichtige Voraussetzung für jede Applikation im Gesundheitssektor bleiben. Altova bietet umfassende Unterstützung für HL7-Standards - klicken Sie hier, um mehr über die HL7-Tools von Altova zu erfahren. |
| |||||||||||||||||||||||||||||
| Altova | Rechtsabteilung | Presse | Partner | Karriere | Übersicht | Kontakt | Altova Blog | Mobile | Full Site | |||
|
