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Internationalisierung mit dem Altova MissionKit

Der folgende Artikel stammt von Peter Reynolds, CEO und Translation Management Consultant bei TM-Global und Executive Director von Kilgray Translation Technologies. Reynolds ist Ire, lebt in Warschau, hat einen BSc sowie einen MBA von der Open University und hat langjährige Erfahrung in der Lokalisierungs- und Übersetzungsbranche. Zuvor arbeitete Reynolds bei Idiom Technologies Inc., jetzt SDL PLC. Als Leiter des LSP Partner-Programms war Reynolds bei Idiom für die erfolgreiche und innovative Umsetzung des globalen LSP-Partner-Programms verantwortlich. Bevor Reynolds zu Idiom stieß, arbeitete er für eine Reihe internationaler Lokalisierungsfirmen im Bereich der Entwicklung der Sprachtechnologie: Lionbridge, Bowne Global Solutions und Berlitz GlobalNET. Er war Leiter des Entwicklerteams in Dublin, das für die Lösungen BerlitzIT, Elcano, Freeway 2.0 sowie internationale Projekt- und Vendor Managment Tools verantwortlich war. Reynolds war mehr als 10 Jahre lang aktiv in der Entwicklung und Verbreitung von Standards (u.a. XLIFF), hauptsächlich bei OASIS, involviert. Bis 2008, dem Jahr der Veröffentlichung von XLIFF, war er Sekretär des XLIFF Technical Committee bei OASIS und Vorsitzender der Translation Web Services TC. Derzeit arbeitet Reynolds an OASIS und TILP, ist der irische Experte für ISO SC2 und SC4 und führt für Revisoren Schulungen zum EN 15038 Standard durch.


Einleitung

Jeder Entwickler wünscht sich, dass seine Applikationen von möglichst vielen Personen verwendet werden. Eine im ländlichen Maine in den USA entwickelte Web-Applikation könnte jederzeit von jemandem verwendet werden, der im nächsten Ort oder auch in Malaysia, Neuseeland oder Polen beheimatet ist. Selbst wenn die Applikation nicht übersetzt (lokalisiert) wird, unterscheiden sich die Darstellungsarten von Daten in unterschiedlichen Gebieten (locale) in einigen wichtigen Punkten voneinander. Das W3C definiert "Internationalisierung" als "ein Produkt so zu designen und zu entwickeln, dass es von Zielgruppen verwendet werden kann, die sich in Kultur, Region oder Sprache unterscheiden." Das bedeutet nicht, dass das Produkt in die Sprache der Zielgruppe übersetzt werden muss, sondern dass es so konzipiert sein muss, dass die Zielgruppe die Applikation verwenden kann und die Art der Darstellung der Daten für diese Benutzer verständlich ist.

Internationalisierung soll das größtmögliche Zielpublikum für eine Applikation und eine möglichst einfache und kostengünstige Übersetzung dieser Applikation gewährleisten.

Dieser Artikel enthält eine Einführung in die Internationalisierung sowie eine Beschreibung, wie Sie Altova MissionKit, ein integriertes Paket von XML-, Datenbank- und UML-Tools, bestehend aus XMLSpy, StyleVision, MapForce usw. dafür einsetzen können. Wenn Sie mit Tools wie XMLSpy und StyleVision arbeiten, dann entwickeln Sie höchstwahrscheinlich bereits internationalisierte XML-Applikationen. Als Strategie würde ich vorschlagen, Sie ermitteln im Vorhinein, für welches Zielpublikum Ihre Applikationen gedacht sind und implementieren die Internationalisierung dann dementsprechend.

Zunächst wird in diesem Artikel eine Strategie für die Internationalisierung von XML erörtert. Anschließend wird Ihnen das Internationalization Tag Set präsentiert und Probleme im Zusammenhang mit der XML-Internationalisierung behandelt.

Strategie für die Internationalisierung von XML

Zuallererst muss bei der Planung der Internationalisierung eine wohlüberlegte Entscheidung getroffen werden, welcher Grad von Internationalisierung erforderlich ist. Eventuell finden sich in Ihrem Unternehmen Mitarbeiter, die Ihnen bei dieser Entscheidung helfen können. Besonders hilfreich wäre es, Personen zu Rate zu ziehen, die in anderen Ländern leben. Im Folgenden haben wir als Hilfestellung für die Entscheidung, welchen Grad der Internationalisierung Sie implementieren sollen, eine dreistufige Liste erstellt. Denken Sie jedoch daran, Sie könnten auf Probleme stoßen, wenn Ihre Dokumente oder Applikationen nicht internationalisiert sind. Diese Probleme werden Sie sicher nicht haben, wenn Sie vorher dafür sorgen, dass sie vollständig internationalisiert sind.

Die drei Stufen der Internationalisierung sind:

  • Stufe 1 - Ihre Applikationen sind für ein relativ kleines Zielpublikum bestimmt, das zwar wachsen könnte, doch ist es unwahrscheinlich, dass die Applikationen eines Tages übersetzt oder international verwendet werden. Befolgen Sie in diesem Fall einfach die Ratschläge in diesem Artikel und stellen Sie sicher, die Funktionalitäten im Altova MissionKit zu nützen, die die Internationalisierung unterstützen.
  • Stufe 2 - Ihre Applikationen werden ein großes Zielpublikum haben und könnten übersetzt und international verwendet werden. Verwenden Sie zusätzlich zu den Altova MissionKit Funktionalitäten auch das Internationalization Tag Set. Dabei handelt es sich um ein vom W3C herausgegebenes Schema zum Zweck der Internationalisierung.
  • Stufe 3 - Ihre Applikationen werden höchstwahrscheinlich international verwendet und in die verschiedensten Sprachen übersetzt werden. Überlegen Sie sich, wie Sie die Lokalisierung verbessern können, indem Sie Inhalt und Code trennen und sicher stellen, dass der Übersetzer das Dokument oder die Applikation so sieht, wie sie der Endbenutzer sehen wird. Dies zu erörtern würde den Rahmen dieses Artikels übersteigen. Informationen zu diesem Thema finden Sie jedoch unter den unten angeführten Links.

Die Software Tools im Altova MissionKit enthalten zahlreiche Funktionalitäten zur Unterstützung der Internationalisierung. Wenn Sie diese Tools verwenden, haben Sie eine gute Basis für die Erstellung internationalisierter XML-Dokumente. Die Standardkodierung für die im XMLSpy XML Editor erstellten Applikationen ist Unicode und ich würde Ihnen empfehlen diesen Zeichensatz zu verwenden.

Internationalization Tag Set

Das Internationalization Tag Set (ITS) wird vom W3C empfohlen und dient dazu, XML-Dokumente zu erstellen, die internationalisiert und leicht zu lokalisieren sind. Wenn Sie mit XML-Dokumenten arbeiten, die eventuell lokalisiert werden müssen, würde ich Ihnen die Verwendung von ITS empfehlen. Mit dieser Technologie können Sie festlegen, welcher Text übersetzt werden soll, Anweisungen für Übersetzer einfügen und die Schreibrichtung des Texts definieren.

Die sieben Datenkategorien in ITS sind:

  • Translate: Definiert, welche Teile eines Dokuments übersetzbar sind.
  • Localization Note: Enthält Anmerkungen und hilfreiche Informationen für Übersetzer.
  • Terminology: Kennzeichnet Fachbegriffe in den Dokumenten.
  • Directionality: Gibt an, in welcher Schreibrichtung das Dokument bzw. Teile des Dokuments geschrieben sind bzw. zu lesen sind.
  • Ruby: Gibt an, welche Teile des Dokuments als "Ruby" Text angezeigt werden sollen. (Ruby ist ein kurzer Textabschnitt neben einem Basistext. Normalerweise wird Ruby Text in Dokumenten, die in südostasiatischen Sprachen verfasst wurden, zur Angabe der Aussprache oder als kurze Anmerkung verwendet).
  • Language Information: Gibt an, welche Sprache für die verschiedenen Teile des Dokuments verwendet wurde.
  • Elements Within Text: Gibt an, wie Elemente hinsichtlich der linguistischen Segmentierung behandelt werden sollen.

W3C hat Best Practice-Richtlinien für die Internationalisierung von XML-Dokumenten mit genauen Angaben zur Verwendung von ITS veröffentlicht. Sie finden diese Informationen auf der Website unter: http://www.w3.org/TR/2007/WD-xml-i18n-bp-20070427/

Sie finden die Spezifikation in diesem Abschnittt: http://www.w3.org/TR/2007/REC-its-20070403/

Bevor Sie mit der Internationalisierung beginnen, sollten Sie diese Dokumente unbedingt lesen.

Probleme bei der Internationalisierung

In der folgenden Tabelle sind einige der Probleme aufgelistet, die sich bei der Internationalisierung stellen. Weiter unten im Text folgt eine genauere Beschreibung sowie Vorschläge zur Lösung mit Hilfe des Altova MissionKit.

.PROBLEM.BESCHREIBUNG.
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.Kodierung.Alle Zeichen müssen von der verwendeten Code Page unterstützt werden. Unicode ist eine Zeichenkodierung, die alle Zeichen aller gebräuchlichen Sprachen unterstützt..
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.Datum & Uhrzeit.Datum und Uhrzeit werden in verschiedenen Ländern unterschiedlich dargestellt. .
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.Zahlen.Dezimalpunkte und Kommas werden je nach Land unterschiedlich verwendet.
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.Währung.Zusätzlich zur unterschiedlichen Darstellung von Zahlen wird in einigen Ländern das Währungssymbol bzw. die Währung nach der Zahl geschrieben und nicht wie in vielen anderen Ländern davor..
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.Anrede & Namen.Es gibt viele Unterschiede in der Anrede. In einigen Ländern wie z.B. Ungarn wird beim Namen einer Person zuerst der Nachname geschrieben. Im Japanischen gibt es keinen zweiten Vornamen .
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.Adresse.Bei der Schreibweise der Adresse gibt es eine Reihe von Unterschieden. So steht z.B. die Hausnummer in einigen Ländern vor und in anderen Ländern hinter der Straße. Auch die Angabe der Postleitzahl unterscheidet sich in vielen Ländern..
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.RTL.In vielen Sprachen ist die Schreibrichtung von Text von links nach rechts, doch in einigen Sprachen wie z.B. Hebräisch und Arabisch schreibt man von rechts nach links (bidirektional)..
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.Sortierung & Sortierfolge.Es gibt bei der alphabetischen Sortierung Unterschiede. Einige skandinavische Sprachen haben ein 'aa' Zeichen, das meist, aber nicht immer, am Ende des Alphabets steht..
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.Ausrufezeichen & Fragezeichen.Im Deutschen und Englischen stehen Frage- und Ausrufezeichen immer am Ende des Satzes, während sie im Spanischen am Anfang und Ende des Satzes gesetzt werden..
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Kodierung

Bei jedem elektronischen Text wird ein Zeichenkodierungssystem verwendet, bei dem Zeichen durch eine Nummer dargestellt werden. Vor der weitverbreiteten Verwendung von Unicode stellte dies das größte Problem bei der Internationalisierung dar. Wenn ein nicht in einer Code Page enthaltenes Zeichen in einer Applikation angezeigt wird, so wird das Zeichen falsch dargestellt. Es gab nicht nur Probleme zwischen unterschiedlichen Sprachen, manchmal wurden Zeichen auch auf Computern mit einem anderen Betriebssystem falsch dargestellt.

Mit Unicode wurden die meisten dieser Probleme aus der Welt geschafft, da nun eine einzige plattform-, programm- und sprachunabhängige Code Page zur Verfügung steht.

In XML wird Unicode als Standard Code Page verwendet. Jedes in XMLSpy erstelltes XML-Dokument hat standardmäßig die Deklaration encoding="UTF-8”. Wenn die Datei nicht mit XMLSpy erstellt wurde, müssen Sie sicherstellen, dass die Datei mit der Kodierung UTF-8 gespeichert wird.

UTF ist ein Akronym und steht für Unicode Transformation Format. UTF-8 ist eine Variante von Unicode, bei der 1,2 oder 4 Bytes zum Speichern von Zeichen verwendet werden. UTF-8 ist die am häufigsten eingesetzte Variante und ist vor allem in Verbindung mit XML und Internet weit verbreitet. XMLSpy unterstützt weiters die folgenden Unicode-Versionen:

  • UTF- 7. Dies ist die 7-Bit-Version von Unicode. Sie sollte nur im Zusammenhang mit 7-Bit-Übertragungen wie z.B. E-Mail verwendet werden.
  • ISO 1064 UCS – 2 und UTF – 16. UCS steht für Universal Character Set und in UCS-2 werden zwei Bytes für jedes Zeichen verwendet. UTF-16 ist eine Erweiterung von UCS-2, bei der 2 oder 4 Bytes zur Darstellung eines Zeichens verwendet werden. UTF-16 wird oft von Windows und Java verwendet. Sie sollten für neue Dokumente UTF – 16 statt UCS – 2 verwenden.
  • ISO 1064 UCS- 4. Hier werden 4 Bytes für jedes Zeichen verwendet. Identisch mit UTF-32. UTF-32 wird oft von Unix verwendet.

Manchmal gibt es Gründe, warum eine andere Standardkodierung als UTF-8 verwendet werden muss. Die Standardkodierung können Sie in XMLSpy unter Extras | Optionen auf dem Register "Kodierung" ändern.

XMLSpy encoding options

Wenn Sie die Kodierung für ein einzelnes XML-Dokument ändern möchten, öffnen Sie das Dokument in XMLSpy und wählen Sie Datei | Kodierung.

XML encoding options

Sprache

Im XML Namespace dient xml:lang zum Definieren der Sprache eines XML-Dokuments. Der Wert für xml:lang muss ein ISO Sprachcode (ISO 639- 2) sein. Bei einem XML-Dokument, das in einer Sprache verfasst wurde, aber einen Abschnitt in einer anderen Sprache enthält, können Sie zur Definition der Hauptsprache xml:lang am Root-Element verwenden und diese Deklaration an dem Element, an dem Text in einer anderen Sprache eingefügt ist, setzen, um die Sprache zu definieren.

Datumsangaben

Datum und Uhrzeit werden je nach Land unterschiedlich dargestellt. Nehmen wir z.B. das Datum 10/09/08:

  • In dem meisten europäischen Ländern heißt das der 10. September 2008.
    In den USA bedeutet dies aber der 9. Oktober 2008.
    In Japan wird dies als 8. Oktober 2009 gelesen.

Um solche Unklarheiten zu beseitigen, verwenden Sie zum Definieren von Datum und Uhrzeit in Ihrer Applikation ISO 8601. Dabei handelt es sich um einen Standard zur Darstellung von Datum und Uhrzeit im Format JJJJ-MM-TTUHH:MM:SS[±HH:MM] wobei

  • JJJJ- für das Jahr steht
    MM- für den Monat steht
    TT - für Tag steht
    U bedeutet, dass nun die Uhrzeit folgt
    HH- für Stunden steht
    MM- für Minuten steht
    SS- für Sekunden steht.

Anschließend können Sie mit Hilfe von StyleVision ein Stylesheet erstellen, das das Datum passend für das Zielpublikum formatiert. StyleVision ist ein grafisches Stylesheet Design Tool, mit dem Sie XSLT- und XSL:FO-Stylesheets mittels Drag-and-Drop erstellen können, um XML-Daten in HTML, Microsoft Word, PDF und anderen Formaten darstellen zu können.

So verwenden Sie die StyleVision-Funktion zum Formatieren des Datums:

  • Wählen Sie den Platzhalter "Inhalt" oder das Eingabefeld des Node aus.
  • Wählen Sie in der Seitenleiste "Eigenschaften" den Eintrag "Inhalt" und anschließend die Eigenschaftsgruppe "Inhalt" aus.
  • Klicken Sie auf die Bearbeitungsschaltfläche der Eigenschaft "Eingabeformatierung".
  • Daraufhin wird das Dialogfeld "Eingabeformatierung" angezeigt:
StyleVision date formatting
  • Aktivieren Sie das Optionsfeld "Formatiert". Nun können Sie den gewünschten Datentyp auswählen. Wenn Sie ein Datum ausgewählt haben, können Sie nun das Datumsformat auswählen.

Sie können hier auch andere Datums- und Uhrzeitformate auswählen.

Verwenden Sie nach Möglichkeit die Datumswahl. Um die Datumswahl einzufügen, muss sich der Cursor zwischen einem xs:date oder xs:dateTime Node befinden. Gehen Sie anschließend im Hauptmenü zum Befehl "Einfügen" und wählen Sie den Befehl "Datumswahl einfügen". Befindet sich der Cursor nicht innerhalb eines xs:date oder xs:dateTime Node, so ist dieser Befehl ausgegraut.

Zahlen

Je nach Gebietsschema steht vor Dezimalstellen entweder ein Punkt oder ein Komma. Auch Tausenderstellen werden je nach Land unterschiedlich dargestellt.

StyleVision enthält eine Funktion, mit der Sie eine Zahl für das gewünschte Zielpublikum formatieren können:

  • Wählen Sie den Platzhalter "Inhalt" oder das Eingabefeld des Node aus.
  • Wählen Sie in der Seitenleiste "Eigenschaften" den Eintrag "Inhalt" und anschließend die Eigenschaftsgruppe "Inhalt" aus.
  • Klicken Sie auf die Bearbeitungsschaltfläche der Eigenschaft "Eingabeformatierung".
  • Daraufhin wird das Dialogfeld "Eingabeformatierung" angezeigt
Number formatting
  • Aktivieren Sie das Optionsfeld "Formatiert". Nun können Sie das Zahlenformat auswählen.

Währungen

Probleme, die im Zusammenhang mit Zahlen auftreten, gelten auch für Währungen. Zusätzlich dazu gibt es hier auch noch unterschiedliche Konventionen für die Darstellung des Währungssymbols. Einige Währungen haben denselben Namen und dasselbe Symbol, wie z.B. der Dollar. Da es sich aber beim australischen, kanadischen und Singapur-Dollar um unterschiedliche Währungen handelt, muss dies auch kenntlich gemacht werden. Zahlen können Sie wie oben beschrieben formatieren. Ob der Währungsname bzw. das Währungssymbol vor oder hinter die Zahl gesetzt werden soll, sollte am besten bei der Übersetzung selbst entschieden werden.

Adresse

Eines der Probleme, mit dem Kunden beim Online-Kauf von einem Unternehmen mit Sitz im Ausland konfrontiert sind, ist, dass das System ihnen nicht gestattet ihre Adresse korrekt einzutragen. Hier gibt es viele Unterschiede, wie z.B. die Hausnummer vor oder nach dem Straßennamen, die Reihenfolge, in der die Bestandteile der Adresse angeordnet sind und das Format der Postleitzahl. CEN (das Europäische Komitee für Normung) hat eine Norm entwickelt, nach der die Komponenten einer Adresse aufgelistet werden, und die UPU (Universal Postal Union) arbeitet an der Weiterentwicklung dieser Norm und erstellt eine umfassende Liste von Namens- und Adresselementen.

Ich würde Ihnen empfehlen, dass Sie dafür sorgen, dass Sie die benötigten Daten für ihre wichtigsten Zielmärkte zur Verfügung haben, doch stellen Sie sicher, dass auch Adressen aus anderen Ländern eingetragen werden können. So können Sie z.B. eine Länder-Dropdown-Liste verwenden, damit eine Fehlerüberprüfung für bestimmte obligatorische Komponenten einer Adresse durchgeführt wird, wobei aber bei anderen Ländern, von denen die Adressstruktur nicht bekannt ist, kein Fehler ausgegeben wird.

Kreditkarten

Auf einigen amerikanischen Websites werden Kreditkarten aus dem Ausland nicht akzeptiert. Als Sicherheitsüberprüfung muss eine gültige US-Adresse eingegeben werden. Wenn Sie Zahlung mit Kreditkarte akzeptieren und Ihre Produkte auch im Ausland vertreiben möchten, sollten Sie sicherstellen, dass ausländische Kreditkarten akzeptiert werden.

RTL (bidi)

In vielen Sprachen wird Text von links nach rechts gelesen, doch ist das keineswegs überall auf der Welt der Fall. Arabisch und Hebräisch werden von rechts nach links geschrieben. In XML-Dokumenten führt das zu noch mehr Verwirrung, da die XML-Elemente von links nach rechts, Text aber von rechts nach links gelesen werden muss.

Der ITS Namespace verfügt über ein "direction" Attribut, mit Hilfe dessen man festlegen kann, in welche Richtung das Dokument gelesen werden soll. <its:span dir="rtl">متعة الأسماك!</its:span>

Sortieren

Es gibt bei der alphabetischen Sortierung Unterschiede. Einige skandinavische Sprachen haben ein 'aa' Zeichen, das meist, aber nicht immer, am Ende des Alphabets steht. Wenn Sie die Sprache in Ihrem XML-Dokument definiert haben und xsl:sort für Ihr XSL-Dokument verwenden, so sollte die Sortierung nach den Sortierregeln für diese Sprache erfolgen. Überprüfen Sie jedoch, ob Ihr Prozessor das auch wirklich tut, da das nicht immer der Fall ist.

Die mit StyleVision mitinstallierten Musterdateien enthalten Beispiele für die Sortierung. Wählen Sie den Ordner "StylevisionExamples", anschließend "Tutorial" anschließend "Sorting" und öffnen Sie die Datei SortingOnTwoTextKeys.sps. Um zu sehen, wie die Sortierung funktioniert, öffnen Sie die Design-Ansicht und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Element "member". Wählen Sie anschließend im Kontextmenü die Option "Sortieren nach". Hier können Sie festlegen, wie die Sortierung für diese spezielle Liste erfolgen soll.

Ausrufezeichen und Fragezeichen

Im Deutschen und Englischen stehen Frage- und Ausrufezeichen immer am Ende des Satzes, während sie im Spanischen am Anfang und Ende des Satzes gesetzt werden. Normalerweise erfolgt diese Änderung im Zuge der Übersetzung.

Zusammenfassung

Internationalisierung ist ein wichtiger Schritt, wenn Sie sicher stellen möchten, dass Ihre Applikation einem möglichst großen Zielpublikum zugänglich ist und die Übersetzung so kostengünstig und einfach wie möglich erfolgt. Gehen Sie pragmatisch an die Aufgabe heran. Wenn Sie sich im Vorhinein Zeit nehmen, um die Internationalisierung zu ermöglichen, bringt das später enorme Vorteile und erhöht das Vermarktungspotenzial für Ihr Produkt enorm. Dieser Artikel ist als Übersicht und Einführung in die Internationalisierung gedacht. Unter den unten angeführten Links finden Sie eine Menge weiterer nützlicher Informationen. Tools wie XMLSpy und StyleVision, beide Teil des Altova MissionKit Software-Pakets, sind eine große Hilfe bei der Internationalisierung von XML-Dokumenten und bieten eine ganze Reihe von Funktionen zu diesem Zweck. Das Internationalization Tag Set des W3C ist eine bedeutsame Neuerung und optimale Ergänzung für das Tool-Paket jedes Entwicklers, der internationalisierte XML-Applikationen entwickeln möchte. XML ist eine Technologie, die schon seit Anbeginn auf Internationalisierung und Übersetzung ausgerichtet war. Dank der Einführung von Unicode als Standardkodierung für XML lassen sich viele Probleme im Zusammenhang mit Internationalisierung viel einfacher meistern. Die Funktionalitäten, die Altova MissionKit, ITS und Unicode bieten, bilden die Grundlage für die Entwicklung guter internationalisierter Applikationen.

Fachliteratur und Links

Im Folgenden haben wir nützliche Websites und andere Informationsquellen mit weiteren Informationen zum Thema Internationalisierung aufgelistet:

Führender Anbieter von XML-Tools - Altova http://www.altova.com/ . Altova bietet auch eine kostenlose Testversion des MissionKit an: http://www.altova.com/de/download.

Unicode Website http://www.unicode.org/

Internationalization Tag Set http://www.w3.org/TR/2007/REC-its-20070403/

W3C Best Practices für die Internationalisierung http://www.w3.org/TR/2007/WD-xml-i18n-bp-20070427/

Open Tag (von Yves Savourel) http://www.opentag.com/

Yves Savourel, ‘XML Internationalization and Localization’, ein Buch, das eine hervorragende Informationsquelle ist. Nähere Informationen dazu finden Sie unter: http://www.opentag.com/xmli18nbook.htm

Auf der Website von TM-Global werden viele nützliche Artikel, Meinungen und Erhebungen zum Thema Übersetzung, Lokalisierung und Industriestandards veröffentlicht http://www.tm-global.com/

Die Websites des Gurus der Internationalisierung Tex Texin http://www.xencraft.com/ und http://www.i18nguy.com/

Localization Flow – Website von Internationalisierungsexperten http://www.locflowtech.com/

Kostengünstige XML-basierte TEnTs und Übersetzungstools finden Sie bei Unternehmen wie z.B. Kilgray Translation Technologies http://www.kilgray.com/



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Jolt Product Excellence Award 2009

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Altova MissionKit erhält Jolt Award für “Beste Entwicklungsumgebung”

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